Konferenz - Wasserstoff in der Wasserwirtschaft 2026
von Daniel Nowotsch
4. Wasserstoffkonferenz „Wasserstoff in der Wasserwirtschaft“ beleuchtet die Schnittstellen von Wasserstoff- und Wasserwirtschaft
Sonneberg, 07.10.2027 –
Der Förderverein des HySON-Instituts für Angewandte Wasserstoffforschung veranstaltete gemeinsam mit dem DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen und der DVGW-Landesgruppe Mitteldeutschland die 4. h₂well Wasserstoffkonferenz zum Thema „Wasserstoff in der Wasserwirtschaft“ in Sonneberg. Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Wasserwirtschaft, Energieversorgung, Forschung und Industrie kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen und innovative Ansätze der Schnittstellen von Wasserstoff- und Wasserwirtschaft zu diskutieren.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen für die Wasserstoffwirtschaft, neue Konzepte zur Sektorenkopplung sowie alternative Verfahren zur Wasserstofferzeugung. Darüber hinaus wurden aktuelle Forschungsarbeiten zur Nutzung von Elektrolysesauerstoff in der Abwasserbehandlung vorgestellt.
Wasser als Schlüsselressource der Wasserstoffwirtschaft
Nach den Grußworten von Katrin Hänsel (DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen), Silke Wilhelm (DVGW-Landesgruppe Mitteldeutschland) und Bernd Hubner (Wasserwerke Sonneberg) eröffnete Dr.-Ing. Ilka Gehrke vom Fraunhofer UMSICHT die Veranstaltung. In ihrem Vortrag zeigte sie auf, welche Auswirkungen der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft auf die Wasserwirtschaft haben kann. Themen wie Wasserverfügbarkeit, Grundwasserentwicklung und die Herausforderungen durch Klimawandel und Trockenheit verdeutlichten die Bedeutung einer nachhaltigen und langfristigen Planung künftiger Wasserstoffstandorte.
Anschließend stellte Dr. Wolfram Heineken vom Fraunhofer IFF Konzepte einer integrierten Wasserstoffinfrastruktur vor. Dabei wurde deutlich, dass Wasser als kritische Ressource künftig in regionalen Wasserstoffstrategien stärker berücksichtigt werden muss und die Wechselwirkungen zwischen Wasserressourcen, Energieerzeugung und Wasserstoffproduktion systematisch untersucht und bewertet werden müssen.
Mit über 70 Teilnehmenden und Referierenden aus ganz Deutschland war die Konferenz ein voller Erfolg für die Veranstalter.
©HySON-Institut
Innovative Konzepte verbinden Wasserstoffproduktion und Wasserwirtschaft
Im weiteren Verlauf des ersten Veranstaltungsblocks präsentierte Dr.-Ing. Philipp Otter von der Universität Kassel das Projekt Flexilienz. Anhand eines Reallabors in Kassel zeigte er, wie überschüssiger Solarstrom und Filterrückspülwasser eines Wasserwerks zur Wasserstoffproduktion genutzt werden können. Ziel ist eine resilientere und ressourcenschonendere Wasserversorgung, die zugleich neue Möglichkeiten für die lokale Wasserstoffwirtschaft eröffnet.
Constantin Heim von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stellte anschließend das Forschungsprojekt „Kläffizienter“ vor. Im Fokus steht die Integration von Elektrolyse und Methanisierung auf Kläranlagen. Durch die Kopplung von erneuerbarer Stromerzeugung, Wasserstoffproduktion und Power-to-Gas-Technologien sollen Kläranlagen künftig als Energiespeicher und flexible Bausteine der Energiewende fungieren.
Alternative Wege zur Wasserstofferzeugung rücken in den Fokus
Der zweite Veranstaltungsblock widmete sich innovativen Verfahren zur Wasserstofferzeugung jenseits der klassischen Wasserelektrolyse. Ben Schädlich von der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie stellte Forschungsergebnisse zur mikrobiellen Wasserstoffproduktion aus Klärschlamm vor. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele wurde gezeigt, wie biologische Prozesse künftig zur Herstellung von Wasserstoff in der Wasserwirtschaft beitragen können.
Philipp Wilker vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) präsentierte Potenziale der thermochemischen Vergasung biogener Rest- und Abfallstoffe. Insbesondere die Nutzung von Klärschlamm als Ausgangsstoff für die Wasserstoffproduktion bietet interessante Perspektiven für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Mit einem Blick auf Wasserquellen im maritimen Bereich stellte Prof. Dr. Stephan Ende vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) aktuelle Forschungsarbeiten zur biologischen Entsalzung mittels Algen vor. Die präsentierten Projekte untersuchen neuartige Verfahren zur Bereitstellung salzarmen Wassers für die grüne Wasserstoffproduktion und vergleichen deren Leistungsfähigkeit mit etablierten Technologien wie der Umkehrosmose.
Die zahlreichen Vorträge regten zu spannenden Diskussionen zwischen den Vortragenden und den Teilnehmenden an.
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Elektrolysesauerstoff als wertvolle Ressource für die Abwasserbehandlung
Im abschließenden Themenblock stand die Nutzung von Sauerstoff aus Elektrolyseanlagen im Mittelpunkt. Adrian Di Dato von der Technischen Universität Darmstadt zeigte anhand des Projekts POWNa, wie Mikro- und Nanoblasentechnologien die Sauerstoffübertragung in der biologischen Abwasserreinigung verbessern können. Der Einsatz von Elektrolysesauerstoff eröffnet dabei neue Möglichkeiten zur Steigerung der Energie- und Prozesseffizienz.
Die praktische Anwendung dieser Ansätze präsentierte abschließend Dr.-Ing. Sebastian Büttner von der Bauhaus-Universität Weimar. Im Forschungsprojekt Pho2Zon wird Elektrolysesauerstoff zur Ozonierung in der Abwasserbehandlung eingesetzt, um Mikroschadstoffe effizient zu eliminieren. Vorgestellt wurden Betriebserfahrungen und Ergebnisse aus der Pilotanlage auf der Kläranlage Heubisch bei Sonneberg.
Im Schlossberg Hotel in Sonneberg trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus der überregionalen Wasserstoff- und Wasserwirtschaft und kamen ins Gespräch.
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Plattform für Austausch und Vernetzung
Neben den fachlichen Vorträgen bot die 4. h₂well Wasserstoffkonferenz den Teilnehmenden zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch zwischen Wissenschaft, Wasserwirtschaft und Energiewirtschaft. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, welche Rolle Wasser als Ressource für die Wasserstoffwirtschaft spielt und welche Potenziale durch die intelligente Verknüpfung beider Sektoren entstehen.
Die Veranstaltung wurde durch den HySON Förderverein des HySON-Instituts im Rahmen des Förderprojektes h₂well Innovationsmanagement durchgeführt.